Inhaltsangabe
Kathrin ist 18 Jahre alt und steht vor der Matura. Sie hat sich in Martin verliebt, kann es aber in der Familie nicht sagen. Sie will Zeit für sich haben und träumen. Sie will nicht mehr täglich Klavier üben, wie das von ihrem Vater, der aus ihr unbedingt eine erfolgreiche Pianistin machen will, mit Nachdruck erwartet wird. Als Kathrin von ihrer Freundin Judith erfährt, dass ihr Schwarm Martin auf schlanke, hagere Mädchen steht, wird sie unzufrieden mit sich selbst. Sie bewundert die gut aussehende Judith, die ihr stark und unabhängig vorkommt. Judith hat ihren Körper bereits besiegt, Hunger kennt sie nicht mehr, sie ist schwer magersüchtig und Mitglied der Pro-Ana-Bewegung. Auch Kathrin beginnt mit dem Essen bzw. Nicht- Essen zu experimentieren und schlittert in die Magersucht (Anorexia Nervosa) hinein, die in der Folge in Bulimie (Ess-Brech-Sucht) übergeht. Ein Teufelskreis nimmt seinen Anfang, den sie erst nach Judiths Tod durchbrechen kann. Doch der Weg bis zur Genesung ist noch weit und steinig…
Was ist ein Monolog?
Der Monolog (griech.: allein; Rede) ist im Gegensatz zum Dialog ein Selbstgespräch und findet vor allem im Drama Verwendung. Er richtet sich nicht direkt an einen Zuhörer, sondern an eine imaginäre Person. Faktisch ist natürlich das Publikum Adressat des Monologisierenden. Eine Sonderform des Monologs ist der Innere Monolog in der Erzählprosa.
Wer hat das Stück geschrieben (Kurzbiographie)?
Elisabeth Vera Rathenböck, geboren am 27. März 1966 in Linz/Oberösterreich ist eine österreichische Schriftstellerin. Elisabeth Vera Rathenböck besuchte Volksschule und Gymnasium in Linz. Sie studierte Publizistik und Kommunikationswissenschaften und Italienisch an der Universität Wien. 1986 nahm sie an der Internationalen Sommerakademie für bildende Kunst in Salzburg (Meisterklasse Georg Eisler) teil. Anschließend studierte sie Bildhauerei (Meisterklasse Erwin Reiter) an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz und schloss 1993 mit Diplom (Magistra artium) ab. Rathenböck lebt heute mit Mann, Kind und Katze in Garsten bei Steyr in Oberösterreich und in Wien.
Elisabeth Vera Rathenböck schreibt Romane, Erzählungen, Theaterstücke, Kinderbücher und Essays für Kunstkataloge und Kunstbücher. Elisabeth Vera Rathenböck ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung, des Autorenkreis Linz und des Marlen-Haushofer-Forums.
Sie erhielt 1999 die Talentförderungsprämie für Literatur des Landes Oberösterreich, einen Werkzuschuss der Literarmechana-LVG-Verwertungsgesellschaft (2000), eine Anerkennung beim Marianne-von-Willemer-Literaturpreis (2000). Ihr dramatisches Werk wurde zweimal mit der Dramatikerprämie des Landes Oberösterreich ausgezeichnet (2004: Linz-Talk Live – eine theatralische Belangsendung; 2007: Olga ist verdreht). Im Jahr 2005 und im Jahr 2007 nahm Rathenböck ein Aufenthaltsstipendium des Landes Oberösterreich in Krumau wahr.
Warum hat die Autorin für ihr Stück den Titel „Eiskind“ gewählt?
Mit „Eiskinder“ sind die Hauptfiguren Kathrin und Judith gemeint. Es ist einerseits als Metapher für ein körperliches Phänomen gedacht, das bei Anorektikerinnen und Bulimikerinnen gleichermaßen auftritt: sie sind über die Maßen kälteempfindlich, zugleich legen sie ihre Gefühle auf Eis. Andererseits haben „Eiskinder“ auch im Stück eine konkrete Übersetzung, wenn sich Judith und Kathrin ein Eis gönnen – und sonst nichts den ganzen Tag.
Was versteht man unter „Anorexia nervosa“ bzw. unter „Bulimia nervosa“?
Anorexia nervosa (oder Magersucht genannt), ist eine psychische Störung aus dem Bereich der seelisch bedingten Essstörungen. Anorexia nervosa ist nicht gleichbedeutend mit dem Begriff Anorexie, welcher lediglich ganz allgemein eine Appetitlosigkeit beschreibt, gleich welcher Ursache.
Bulimia nervosa bedeutet Ess-Brechsucht.
Als Ess-Brech-Sucht bezeichnet man regelmäßige Heißhungerattacken über einen längeren Zeitraum hinweg. Im Gegensatz zur Esssucht schämen sich die Opfer nach dem Anfall dermaßen für ihren „Kontrollverlust“, dass sie durch selbst induziertes Erbrechen ihren Fehler wieder gut machen und eine Gewichtszunahme verhindern wollen.
Wie kann es zur Krankheit Magersucht kommen?
Die meist jungen weiblichen Patienten leiden an einer Körperschemastörung, d.h. sie nehmen sich trotz eines bestehenden Untergewichts als „zu fett“ wahr. Anders als andere Menschen erlangen sie ihr Selbstwertgefühl nicht aus allgemeinen Leistungen in Beruf, Hobby oder Privatleben, sondern ausschließlich aus ihrem Gewicht bzw. der Fähigkeit, dieses zu kontrollieren.
Die Erkrankung beginnt am häufigsten im Teenager-Alter, wobei eine Diät, die anschließend außer Kontrolle gerät, ein Einstieg sein kann. Die Krankheit kann jedoch auch bei Erwachsenen oder bereits vor Eintritt der Pubertät auftreten. Nur einer von zwölf Erkrankten ist männlich. In wenigen Fällen dauert die Erkrankung nur kurz an und braucht eine kurzzeitige Behandlung. Häufig kann der Krankheitsverlauf auch langwierig sein und auf keine Therapie ansprechen. Magersucht zählt zu den psychischen Krankheiten mit der höchsten Sterberate. Es sterben etwa 15 % der Erkrankten letztlich an den Folgen der Magersucht.
Was versteht man unter Pro Ana?
Schau dir eine dieser Pro Ana-Seiten im Internet an und erkläre, was du davon hältst.
Pro-Ana (Pro Anorexia nervosa, med. Ausdruck für Magersucht) ist eine Bewegung, die den Standpunkt vertritt, Magersucht sei ein Lebensstil. Sie steht damit im Widerspruch zur gängigen Medizin, die Magersucht als psychische Erkrankung betrachtet.
Als Pro-Anas bezeichnen sich junge Frauen und vereinzelt auch junge Männer mit Magersucht, ebenso wie Menschen ohne diese Diagnose, die sich stark an einem extremen Schlankheitsideal orientieren und versuchen, diesem mit radikalen Maßnahmen näher zu kommen, um Zufriedenheit mit sich und ihrem Aussehen zu gewinnen. Anhänger verstehen Pro-Ana etwa als eine Art der Selbstverwirklichung, der Souveränität und der Macht über ihren eigenen Körper, den die Umwelt ihnen im Kampf gegen die Magersucht nehmen wolle.
Was hältst du vom Stück, von der Inszenierung und von der Leistung der Schauspielerin Susanna Bihari?
Ich habe das Stück und die Thematik des Stückes grundsätzlich recht interessant gefunden, jedoch wäre es wahrscheinlich etwas besser gewesen wenn das Stück nicht als Monolog aufgebaut geworden wäre, da die Zuseher oft unruhig wurden und es ein bisschen anstrengend war, die ganze Zeit einer Person zuzuhorchen.
Hat es sich gelohnt, dieses Stück zu sehen?
Ich finde schon, dass es sich gelohnt hat, dass wir uns dieses Stück angesehen haben, da die Thematik sehr interessant ist und eigentlich viel mehr über Magersucht und Bulimie gelernt werden sollte.
